Kurzinfo:
- Zeit: Dezember 2016
- Ort: San Juan, Puerto Rico
Frohes neues Jahr!
Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch! Ich hoffe, ihr seid gut nach 2026 gerutscht. Bei mir ist es zurzeit ausgesprochen winterlich mit deutlichen Minusgraden, sodass einem der Sinn nach Sonne und wohliger Wärme steht. Doch andere Menschen in südlicheren Gefilden haben mehr Glück und dürfen den Jahreswechsel mit sommerlichen Temperaturen verbringen. Dieses Glück wurde mir und meinen Freunden Albert, Viet und Marius aus meinem Studium zuteil, als wir uns während unseres Studienaufenthaltes an verschiedenen Unis in den Vereinigten Staaten gemeinsam die Winterferien mit karibischem Flair verbbringen wollten.
Ankunft in Puerto Rico
Wir kamen am frühen Morgen des Silvestertages in San Juan, der Hauptstadt Puerto Ricos, an. Dort war noch alles am Schlafen, und wir auch noch halb, denn unser Abflug aus Chicago war dementsprechend mitternächtlich gewesen. Ich schlafe normalerweise auch im Flieger eigentlich ganz gut, aber das ging nicht allen aus unserer kleinen Reisegruppe so. Und auch ich hatte etwas Zeit nötig, um mich an die klimatischen Veränderungen im Vergleich zum winterlichen Wisconsin zu gewöhnen, dort waren die Temperaturen mal locker dreißig bis vierzig Grad niedriger gewesen. Gott sei Dank konnten wir schon direkt in unser AirBnb rein, und mussten nicht bis zum Nachmittag mit dem Checkin warten.
Allerdings erwartete uns dort eine unangenehme Überraschung. Auch wenn in der Anzeige von vier Betten die Rede war, fanden wir nur zwei plus eine Art Liegesessel vor, der sich zur Not zu einem Bett umfunktionieren lassen würde. Das war aber immer noch ein Schlafplatz zu wenig. Also improvisierten wir kurzerhand auf dem Boden ein kleines Lager aus Decken und unseren Jacken, die wir hier sowieso nicht brauchen würden. Wir waren müde genug, um hier trotzdem erst mal eine Runde schlafen zu können.
Da das jedoch nicht so gemütlich war wie wir uns gewünscht hatten, und wir sowieso mal etwas lang ersehnte Sonne tanken wollten, gingen wir anschließend an den nahe gelegenen Strand von Ocean Park, um uns hier auf unsere Handtücher zu hauen. Es war schon surreal, hier am Silvestertag in Badehose draußen zu liegen, während zuhause die Leute in dicker Jacke und Stiefeln herumliefen. So ließen wir uns die warmen Strahlen ins Gesicht scheinen und holten etwas Schlaf nach.
Später dann machten wir uns auf in die Stadt, um mal ein bisschen zu erkunden, wo wir hier gelandet waren. San Juan gehört zwar formal zu den USA, wie ganz Puerto Rico, hat aber einen ganz klaren Latino-Flair, was bei der Lage inmitten der Karibik keine Überraschung ist. Man kann hier zwar bei WalMart einkaufen und dort mit US Dollar zahlen, jedoch hört man auf den Straßen deutlich mehr Spanisch als Englisch. Ein echt interessanter Hybrid aus amerikanischer und mittelamerikanischer Kultur. Bei WalMart machten wir dann auch einen kurzen Stopp, um ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage einzukaufen, bevor wir zurück zur Unterkunft fuhren.
Party in San Juan
Später am Tag, das alte Jahr 2016 neigte sich schon so langsam dem Ende zu, machten wir uns nach dem Abendessen wieder auf den Weg in die Stadt. Hier war schon einiges los, und wir ließen uns einfach mal treiben. An den Straßen waren überall gut besuchte Cafes und Bars, in denen die Menschen dem neuen Jahr entgegenfieberten. Auch temporäre Verkaufsstände für Cocktails und Streetfood gab es quasi an jeder Ecke, falls man in einer der gut besuchten Lokalitäten mal keinen Platz bekam, oder auch nur das Treiben auf den Straßen hautnah mitbekommen wollte. Es wurde getrunken, gelacht und auch schon getanzt, Salsamusik tönte aus jeder Ecke, und da musste man die Puerto Ricaner auch nicht lange bitten. Auch wir genehmigten uns einen ersten Cocktail in einer der vielen Kneipen mit Blick auf das Geschehen auf der Straße, den Tanzenden schauten wir lieber erst mal zu. So ein richtiges Ziel hatten wir nicht, wir hatten angenommen, dass in der Innenstadt einfach schon überall etwas los wäre und man auf jeden Fall irgendwo ein bisschen Party mitnehmen würde.
So zogen wir ein bisschen von Bar zu Bar, und landeten schließlich auf einem kleinen Platz in der Altstadt, der vor lauter Leuten fast platzte. Menschen tanzten und feierten überall, ein DJ legte auf und wieder gab es an jeder Ecke tropische Cocktails zu kaufen. Hier feierten wir ausgelassen mit den anderen und tanzten zur Musik, leider deutlich ungelenker als die Latinos und Latinas. Um Mitternacht, viel schneller als erwartet, die Sektkorken knallten und Feuerwerksraketen flogen. Das neue Jahr 2017 wurde freudig und leidenschaftlich ausgerufenen Wünschen begrüßt, man lag sich in den Armen und die Stimmung war ausgelassen.
In den nächsten Stunden trieben wir uns weiter in den Gassen der Altstadt San Juans herum, tatsächlich sind hier meine Erinnerungen teilweise aufgrund der langen Zeit, aber auch alkoholbedingt etwas lückenhaft. Zumindest wurden wir hierbei noch mal unvermittelt in breitem Fränkisch angesprochen, ob wir auch aus Deutschland kämen, was man uns offenbar ansah und -hörte. Wir kamen ins Gespräch mit, wie sich herausstellte, deutschen Auswanderern, die sich hier in San Juan niedergelassen hatten, und uns spontan auf eine kleine private Silvesterfeier einluden. Da sagten wir selbstverständlich nicht nein.
So erreichte unser Silvesterabend bei fränkischer Gastfreundschaft und Puerto Ricanischer Partylaune einen verrückten Höhepunkt, gepaart mit leckerem Essen - und viel zu starkem Rum. Auf Deutsch, Englisch und Spanisch schlossen wir neue Bekanntschaften und freuten uns, so fernab unserer Heimat doch etwas vertrauten Flair aufschnappen zu können. Nach ein paar lustigen Stunden in guter Gesellschaft fuhren wir dann aber doch endgültig zurück in Richtung AirBnb. Unser Taxifahrer gab ordentlich Gas und legte sich sportlich in die Kurven, fast mehr als uns lieb war. Kann gut sein, dass er auch nicht ganz nüchtern war, da er auch nicht auf unsere Bitten einging, etwas langsamer zu machen. Vielleicht hat er uns auch nur nicht verstanden. Gott sei Dank landeten wir in den frühen Morgenstunden aber wieder wohlbehalten in unserer Unterkunft, und auch schnell in unseren Betten, denen wir nach der langen Nacht freudig entgegenfieberten.







